About Me

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Antione de Saint Exupery

von Volker Klärchen, Hamburg August 2016

© MARCELLO RENNA

Ein ungewöhnliches Zitat, um einen Fotografen zu beschreiben. Doch auf Jan Erik Siebert trifft es zu. Der Wahl-Münchner transportiert mit seinen Aufnahmen mehr als nur Bilder. Aus seinen Fotos sprechen Menschen, Geschichten und Gefühle. „Es ist mir gleich, wer vor mir steht“, beschreibt Jan Siebert die Auswahl seiner Kunden. „Ob Politiker, Prominente oder Top Models auf einer Modenshow– ich schenke allen die gleiche Aufmerksamkeit.“ So kann es vorkommen, dass er an einem Tag den Auftritt eines weltberühmten Musikers im Bild festhält, und schon am nächsten Tag steht ein Mensch wie du und ich in seinem Fokus. Einen Menschen zu fotografieren ist für ihn vor in erster Linie immer eine Begegnung. Er möchte den Menschen kennenlernen, seine Essenz verstehen und festhalten.​

Ausbildung und Aufstieg

Jan Siebert hat sich früh in seinen Beruf verliebt. Schon während seiner Ausbildung als Fotograf erhält er den Sony Talent Award – ein Signal, das in der Branche nicht unbemerkt bleibt. So wird er schnell zu anderen Agenturen und Studios abgeworben. In den folgenden Jahren liest sich die Liste seiner Kunden wie ein „Who is Who“ der Mode- und Musikszene vertrauen auf sein künstlerisches Auge.

Viele Prominente kommen immer wieder zu ihm, da Sie sich auf eines verlassen können: Seine Diskretion. „Bei einem Fotoshooting kommt man sich auf eine Art immer sehr nah. Die Menschen können sich nur öffnen, wenn sie mir voll vertrauen“, beschreibt Jan Siebert seine Haltung. Dass über Kunden und Motive ohne deren ausdrückliche Zustimmung geschwiegen wird, ist für ihn selbstverständlich.

Gerade dieser Faktor war für eine Zielgruppe besonders wichtig: die Zauberer. Diese ganz spezielle Klientel hatte er in einer gemeinsamen Unternehmung mit Sebastian Konopix. Sein Talent, Geschichten statt Gesichter zu präsentieren, wurde schnell zum Hit in der Szene. Jeder, der als Magier etwas auf sich hielt, wollte von den beiden fotografiert werden. Ein erfolgreiches Geschäft, aus dem er sich mittlerweile dennoch zurückgezogen hat. Denn gerade das für Zauberer typische Spiel zwischen Schein und Sein passte auf Dauer nicht zu seinem Vorgehen.​

Herz und Humor

Denn viel wichtiger als Rang und Namen sind ihm Werte und Respekt. So hat er bereits mehrfach den US-amerikanischen Stardirigenten Paavo Järvi fotografiert, mit dem Jan Siebert die estnische Herkunft gemeinsam hat.
„Wenn wir uns begegnen, begrüßt er mich jedes Mal mit Namen“, freut sich Siebert. „Trotz aller Prominenz nimmt er sich Zeit, jeden Menschen, mit dem er Zusammenarbeit, kennen zu lernen.“ Eine Haltung, die die beiden sich ebenfalls teilen.
Besonders stolz ist Jan Siebert auf eine Serie von Fotografien im Stil von Charlie Chaplin. Gemeinsam mit einem Berufsclown ist eine Reihe von Motiven entstanden, die Menschen jeden Alters tief berührt. „Mir ist aufgefallen, dass diese Fotos alle Menschen zum Lachen bringen, ganz gleich ob jung oder alt“, erinnert sich Siebert. So waren die Aufnahmen bald nicht nur auf Ausstellungen zu sehen, sondern auch in Krankenhäusern. Denn Lachen ist immer noch die beste Medizin.

Auch Hochzeiten fotografiert Jan Siebert immer noch gerne – aus gutem Grund: „Hochzeiten sind für mich ein Ausdruck höchsten Glücks.“ Dabei kommt es ihm weder auf eine spektakuläre Kulisse noch auf Prunk und Luxus an. Er sieht wie immer den Kern der Sache: die Begegnung zweier Menschen. „Ich muss einen Draht zu diesen Menschen haben, muss mich für sie interessieren. Dann ergeben sich die Motive ganz von selbst. Ich muss sie nur noch festhalten“, beschreibt er seinen intuitiven Zugang.

Zahlen und Zukunft

Neben der künstlerischen Seite steckt noch ein weiteres Talent in dem erfolgreichen Fotografen: So beschreibt Freund Sebastian Konopix ihn gerne als den „Christian Rach der Fotografie“. Wie der bekannte Restauranttester hat auch Jan Siebert in wirtschaftlichen Dingen den Blick für das Wesentliche: Wenn er ein Fotostudio betritt, erkennt er sofort, wo die Dinge im Argen liegen. Welche Details verändert, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss – und hat damit regelmäßig für mehr Umsätze und zufriedene Kunden gesorgt. Er verbindet die wirtschaftliche und die kreative Seite sogar so geschickt miteinander, dass er zwischenzeitlich als Marketingleiter einer Kette von Fotostudios tätig war.
Doch nicht nur das: Sein Wissen gibt er regelmäßig weiter: Als fotografischer Leiter eines renommierten Fotostudios ist er der Ausbilder der Ausbilder. Und lässt es sich nicht nehmen, auch immer wieder selber vor den Auszubildenden zu stehen. So gibt er jungen Menschen, die gerade erst den Einstieg in diesen wundervollen Beruf finden, gleich zum Start die richtigen Impulse mit auf den Weg.
„Ich möchte ihnen meine Sichtweise vermitteln“, erklärt Jan Siebert sein Konzept. „Neben aller Technik geht es in der Fotografie immer um den Menschen – vor und hinter der Kamera. Daher ermutige ich die Auszubildenden, sich zuerst mit sich selber auseinanderzusetzen: Wer bin ich? Wofür will ich stehen?“ Für Jan Siebert steckt in diesen Erkenntnissen der Schlüssel zu Einzigartigkeit und Erfolg.

Witzige Statistiken

getrukener Kaffee
versenkte Kameras
Verlorene Kameradeckel
vorhandene Kameradeckel 2018
Kaputte Speicherkarten
Fotografierte Menschen
IPad / IPhone versenkt
Fotografen ausgebildet
fotografierte Hochzeiten
besuchte Länder

München

Seine beruflichen Stationen Karlsruhe und München haben ihnen quer durch Welt geführt. Er war immer unterwegs, ein Kosmopolit im besten Sinne. Doch bei aller Offenheit für die Schönheit und Vielfältigkeit der Welt hat er sein Zuhause jetzt in München gefunden. Dort lebt er zurück gezogen.

Philosophie

Fotografieren mit lichtstarken Objektiven, vorhandenem Licht und offener Blende, das zeichnet mich aus. Ich liebe shootings mit Tageslicht egal ob in- oder outdoor, daher auch mein perfekter Umgang mit Licht im Studio. Eine Lichtquelle und ein Aufheller bieten mir alle Möglichkeiten für perfekt in Szene gesetzte Bilder. Ich fotografiere mit Nikon, Leaf, Leica jedoch bevorzugt mit Canon. Mit den vorhandenen Gegebenheiten möglichst viele Aspekte herausarbeiten, das ist mein Ziel. Extreme Schnelligkeit, der Blick für das Wesentliche und die richtige Atmosphäre sind das Geheimnis meiner Fotografien. Ich breche Regeln und habe mir damit meinen eigenen Stil geschaffen. Manchmal passiert das Unerwartete, dann wird improvisiert und heraus kommen einmalige Augenblicke, von mir auf Fotos festgehalten.

Das Bild entsteht in meinem Kopf, das Herz fügt die Leidenschaft hinzu und meine Hände halten die Kreativität mit der Kamera fest. Dieses Zusammenspiel lässt Menschen sprachlos werden und ihren Emotionen freien Lauf bei der Betrachtung ihrer Fotos. Jeder entdeckt eine bis dahin verborgene Seite an sich, die sich nun positiv durch vorherige Gespräche und die zugehörige Atmosphäre zum Vorschein gebracht hat.

Ob nun mit professionellem Make up oder im natural look, ich fotografiere stets den Menschen der dahinter steckt. Das Geheimnis meines Erfolges? Authentische Fotos und kein Schein.